Angst- und Panikstörungen
Auch wenn Angst an sich ein wichtiger (oft auch unbewusster) Bestandteil des alltäglichen Lebens eines jeden Menschen darstellt (bewahrt sie uns nicht zuletzt vor manchen lebensbedrohlichen Situationen), kommt sie gelegentlich in übersteigerter Form zum Ausdruck. In diesem Fall handelt es sich um eine Angsterkrankung. Angststörungen gehören zu den am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen.
Wie äußert sich Angst?
Angst kommt auf mehreren Ebenen zum Ausdruck. Der Betroffene fühlt sich "in die Enge getrieben" (emotionale Angstkomponente) und kann das Problem, die Gefahr oder die Bedrohung aus persönlicher Sicht nicht lösen oder bewältigen. Darüber hinaus zeigt sich Angst auch auf weiteren Ebenen, man spricht daher von den 4 Ebenen der Angst:
- Vegetativ (körperliche Erscheinungen wie starkes Schwitzen, Herzklopfen, schneller, flacher Atem, Mundtrockenheit)
- Kognitiv (eingeschränkte Aufmerksamkeit und Konzentration, z. B. "geistige Blockade" bei Prüfungen)
- Motorisch (Erhöhung der Muskelspannung bis hin zur Einschränkung motorischer Reaktionen "vor Angst erstarren")
- Emotional (Gefühle wie "in die Enge getrieben zu sein", Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit)
Wann spricht man von einer Angststörung?
Krankhafte Angst unterscheidet sich in ihren Empfindungen und/oder körperlichen Reaktionen nicht von der "gesunden" Angst. Eine Angststörung besteht aber dann, wenn Angst in Situationen auftritt, die real keine Bedrohung oder Gefahr darstellen.
Die am häufigsten auftretenden Angststörungen
- Soziale Phobie (übersteigerte Angst tritt auf, wenn die/der Betroffene in gesellschaftlichen Situationen das unbegründete Gefühl hat, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Sie/er hält sich für peinlich etc.)
- Spezifische Phobien (unbestimmte Angst oder Angst vor bestimmten Situationen oder Gegenständen)
- Agoraphobie (Platzangst, Angst vor großen Menschenmengen oder Situationen auf weiten Plätzen, geschlossenen Räumen)
- Generalisierte Angststörung (Angst bezieht sich auf unbegründete Sorgen und Befürchtungen, z. B. vor Erkrankungen oder Unfällen in der Zukunft)
- Panikstörung (wiederholtes Auftreten anfallsartiger Angstzustände, die sich nicht auf spezifische Personen, Tiere oder Gegenstände beziehen)